© Kanton Aargau; Foto: Béla Polyvàs
 

Aussen schwarz, innen Eis

Da ist doch kürzlich ein Ereignis bekannt geworden, das die Geschichte des Platzes «Besserstein» um ein ziemlich weltbewegendes Element bereichert.

«Besserstein» – ein Name, der an sich schon von grossem Reiz ist, zumal für fantasiegeplagte junge Menschen. «Besser Stein!», soll der betagte Burgherr ausgerufen haben, als er hörte, wie seine Söhne die Feste zu einer Raubritterburg umfunktionieren wollten – und gleichentags veranlasste er die Schleifung der noch nigelnagelneuen Burg. Was für ein senkrechter Patriarch!

Die beiden abenteuerlustigen Jugendlichen waren von Brugg aus mit ihren klapprigen Fahrrädern hergefahren, und nun stiessen sie die Velos das Strässchen hinauf auf den Villiger Geissberg. Dort oben bei der Ruine Besserstein wollten sie die erste Nachthälfte bei einem Picknick verbringen. Aber kein doofes Cervelat-Picknick, sicher nicht! Cervelats mochten für Babys oder allenfalls für Schulreisen genügen. Ein fett gemästetes Poulet sollte es sein, das für zwei hungrige Mäuler passte. Der Sonnenberg-Coop hatte gut gemästete Ex-Federviecher im Tiefkühler. Her damit!

Das Entzünden des Feuers bereitet einige Probleme, erweist sich doch das Hinterland der Picknickstelle als eher dürftig, was das Fallholz betrifft. Aber schliesslich gelingt es dennoch, und nun ist die Stunde des Poulets gekommen. Es erhält einen kräftigen Stecken durch den Bauch getrieben. Saukalt, das tiefgekühlte Festessen, aber das sollte sich nun schnellstens ändern. Das Drehen des aufgespiessten Viehs gestaltet sich allerdings als unerwartet schwierig, denn der aufzuwärmende Eisklotz rutscht am Stecken immer wieder in die einmal angenommene Ausgangsposition zurück. Na, wenn schon, dann essen wir halt zuerst die untere Seite und wärmen danach die obere, die dann zur unteren wird, noch einmal tüchtig auf.

Pfiffig gedacht! Aber oha: Feuerseitig verwandelt sich die Haut der Vogelleiche subito in ein schwarzes, knittriges Etwas, das selbst den jungen Abenteurern wenig appetitlich erscheint. Doch den optischen Eindruck verdrängend, versuchen sich die Beiden an ihrem frisch zubereiteten Picknick. Oägs! Aussen ist der Braten verkohlt und schampar heiss, innen dagegen immer noch ein Eisklotz.

Ein zweiter Versuch ergibt dasselbe Resultat. Und so entschliessen sich die beiden Jugendlichen, das Experiment abzubrechen und den Heimweg anzutreten. Das verwünschte Poulet übergeben sie Mütterchen Natur. – Immerhin gibts noch eine halsbrecherische Talfahrt nach Villigen hinunter, und das entschädigt wenigstens ansatzweise.

Übrigens: Der Picknickplatz auf dem Besserstein ist absolut empfehlenswert, gleichermassen für Schmalspur-Cervelatbrötler wie für anspruchsvollere Gourmets. Machen Sie sich schlau auf grillstelle.ch!

(Kommentare: 1)

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Kommentar von annegret |

Haha, witziger Beitrag

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